Ein ausgewiesener Sachkenner, Hans Siebert, hat  in der „Brücke zum Menschen“ Nr. 184 das Buch so beurteilt:


Nein, hier handelt es sich nicht um einen Nachdruck des Buches „Vom Zeugen Jehovas zum Zeugen Jesu Christi“! Ein ganz neues Werk liegt nun vor, denn der Autor stellt Organisation und Lehr-Entwicklung der Wachtturm-Gesellschaft (WTG) von ihrer Gründung an bis 2010 auf den Prüfstand! – Leicht lesbar, weil verpackt in seine spannende Lebensgeschichte. Krieg und NS-Diktatur hatten in ihm große Sehnsucht nach Frieden und Freiheit ausgelöst, die ihn zu den Zeugen Jehovas (ZJ) führte. Als er von einem ZJ das Buch erhielt „Die Wahrheit wird euch frei machen“ (ein Wort Jesu aus Joh. 8, 13), hoffte er, das ursprüngliche Christentum gefunden zu haben.


Jedoch durch intensives Studium von Bibel und Geschichte erkannte er bald,

- dass die ZJ, verführt durch die WTG, trotz der nachdrücklichen Warnung (Gal. 1, 8.9) ein anderes Evangelium predigen, als das uns aufgetragene;

- dass ihre Ersatzbotschaft vom 1914 „aufgerichteten Königreich“ eine fragwürdige Konstruktion ist
aus den Trümmern gescheiterter Weltende-Prognosen amerikanischer Adventisten des 19. Jahrhunderts;

- dass die WTG die Schuld an eigenen gescheiterten Endterminen im 20. Jahrhundert (19141, 1918, 1925, 1975) jeweils den ZJ angelastet hat.


Später bemerkte Twisselmann auch, dass die WTG ihren Zeugen während drei Jahrzehnten immer neu das Märchen erzählt hat, an der Spitze stehe eine kollektive Führung, die „leitende Körperschaft“. Dass es sich dabei um eine reine „Erfindung“ (so Raymond Franz) handelte, wurde offensichtlich, als 1971 eine Einrichtung unter diesem Namen geschaffen wurde. Man hat dabei jedoch versäumt, ihr die Leitung  auch tatsächlich zu übergeben. Erst nach zähen internen Machtkämpfen sahen der WTG-Präsident und sein Stellvertreter sich genötigt, die Macht an diese leitende Körperschaft abzutreten.    


Dies alles weist Twisselmann akribisch nach und schildert im letzten Kapitel ausführlich, wie es nun unter der neuen ZJ-Führung weiterging. Er zeigt in seinem Buch den abgrundtiefen Gegensatz auf zwischen biblischem Glauben und den ZJ-Lehren und schildert die Vorgänge, die ihn zum Ausstieg und vor allem zu Christus führten. Dann auch zur Gründung des Bruderdiensts. Seither steht er fragenden Opfern von Bevormundung und Leistungsdruck bei, begleitet die nach ihrem Ausstieg ins Leere Fallenden sowie deren Angehörige und Freunde, die mit ihnen leiden und fragen.


Sein Buch ist eine späte Frucht von 50 Jahren Forschung und Dienst am Menschen um Christi Willen. Sein NEIN gilt der WTG; seine Liebe jedoch und sein Einsatz den durch sie irregeführten Menschen. Das Vorgängerbuch erregte Aufmerksamkeit, die vorliegende Neufassung aber ist das Beste, was ich auf diesem Gebiet kenne, zugleich Bekenntnis zum biblisch-reformatorischen Glauben, gegründet auf große Bibelkenntnis. Für jeden „Bibelforscher“ und Christen eine wertvolle Hilfe zum Glauben und Leben – bei Bedarf auch Argumentationshilfe.


Rezension zum Buch: „Ich war ein Zeuge Jehovas“