Gespräche mit Zeugen Jehovas


Wenn Jehovas Zeugen an der Tür stehen ...


was wollen sie,

woran glauben sie,

wie begegnen wir ihnen?


Sie stellen sich gern mit den Worten vor: "Wir sind Prediger des Evangeliums" oder "eines weltweiten Missionswerkes". Sie zitieren dann die Bibel und bieten oft auch ihre "hauseigene" "Neue-Welt-Übersetzung" an. Nach ihrer eigenen Lehre jedoch kann man die heilige Schrift gar nicht ohne die Bücher und Zeitschriften ihrer Wachtturm-Gesellschaft verstehen.


Viele bewundern den unermüdlichen Einsatz der Zeugen Jehovas. Auch ihre Geduld, mit der sie in den Fußgängerzonen ihre Zeitschriften anbieten. Ebenso ihre Überzeugungstreue und ihren Bekennermut in Verfolgungszeiten. Mit ihrem konsequenten Nein zum Kriegsdienst stehen sie heute schon längst nicht mehr allein. Färbt ihre Religion etwa auf andere ab? Das wünschen sie sogar. Aber nicht so.


Was wollen sie?


Wenn sie an Ihre Wohnungstür kommen, möchten sie erst einmal Ihr Interesse wecken. Sie werden Ihnen zu diesem Zweck Schriften anbieten: den lehrhaften Wachtturm, das volkstümlichere Erwachtet! oder ein Buch. Vielleicht sind Sie froh, dass jemand sich in dieser Weise um sie bemüht. Sie müssen aber wissen, wenn Sie ihre Schriften abnehmen, so hat das Folgen: Ihre Besucher kommen dann wieder, um den Kontakt mit Ihnen zu festigen. Und eines Tages schlägt man Ihnen vor, ein "Heimbibelstudium" regelmäßig mit Ihnen durchzuführen anhand eines Buches der Wachtturm-Gesellschaft. Ziel dieser Bemühungen um Sie ist jedoch nicht, Sie in Ihrer Einsamkeit zu trösten oder Ihnen als Menschen beizustehen, sondern Sie endgültig und ganz für die Organisation der Zeugen Jehovas zu gewinnen. Nach einer Zeit der Unterweisung erwartet man von Ihnen, dass Sie sich bei ihnen taufen lassen (durch Untertauchen) und dass Sie dann selbst den "Predigtdienst" von Tür zu Tür und auf den Straßen aufnehmen - zusammen mit den etwa 7,5 Millionen Zeugen Jehovas auf der ganzen Welt. Dazu gehört nach dem Selbstverständnis der Zeugen auch, dass Sie sich der zentralen und straffen Führung ihrer "theokratischen Organisation" gehorsamst unterordnen. Ihre Zentrale ist (derzeit noch) in Brooklyn/New York (für 2017 ist ein Umzug nach Wallkill im Bundesstaat New York geplant). Um sich jedoch nicht dem Verdacht einer menschlichen Diktatur auszusetzen, tritt die "leitenden Körperschaft" fast anonym auf. Ihre Antworten auf Zuschriften tragen statt einer persönlichen Unterschrift nur den Stempel Watchtower Bible & Tract Society (bzw. Wachtturm Bibel- & Traktatgesellschaft).


Was Jehovas Zeugen wollen? - "Jünger machen!", sagen sie selbst. und der gutgläubige Einzelne meint das wohl auch so. In Wahrheit aber machen sie neue tätige Untertanen ihrer "theokratischen Organisation"!


Was glauben sie?


Fragt man Jehovas Zeugen selbst, so sprechen sie gern von dem, was sie nicht glauben. Freunde und Feinde wissen daher zumeist besser, wogegen die Zeugen Jehovas sind, als wofür sie eintreten. Man kann geradezu von einem Katalog von Negationen sprechen: Gegen alle christlichen Kirchen bestreiten sie die Gottheit Christi; daher lehnen sie auch die Lehre von der Dreieinigkeit entschieden ab. Sie sagen nein zur Kindertaufe und zu den christlichen Feiertagen. Gegen die katholische Kirche richtet sich ihr Nein zur Feuerhölle und der Lehre von der Unsterblichkeit der menschlichen Seele. Dagegen setzen die Zeugen Jehovas die biblische Auferstehungshoffnung, verderben sie aber leider durch spekulative Elemente. Sie unterscheiden nämlich eine Auferstehung zum Leben im Himmel, die schon 1918 begonnen haben soll (für nur 144 000), und eine allgemeine Auferstehung der Toten zum Leben auf der Erde. Jene bilden mit Christus die Regierung, letztere sollen zusammen mit den Millionen, die das nahe Ende der gegenwärtigen Welt überleben, die "Untertanen des Königreiches" werden. Dazu zählen sich die meisten Zeugen Jehovas!


Im Zentrum ihres Glaubens steht ein bestimmtes Geschichtsbild:


"Jehovas Königreich" ist das Ziel der Geschichte, eines mit vielen Hindernissen gepflasterten Weges "vom verlorenen zum wiederhergestellten Paradies". Verloren ging es durch die Lüge des Teufels und Adams Ungehorsam; wiederhergestellt wird es durch Christi Gehorsam. Daher gilt er als "Jehovas Hauptzeuge", der "das Wort und die Oberhoheit Jehovas gerechtfertigt" habe. Alle, die auf der Seite Gottes stehen, sind - wie er - Jehovas Zeugen, alle anderen - auch die Kirchen - gehören zur "Organisation Satans". Während die Zeugen gerettet werden, geht diese in der großen Massenschlächterei von Harmagedon in die "ewige Vernichtung", aus der es auch keine Auferstehung geben soll. Den Termin dafür haben die Zeugen-Führer im Laufe ihrer mehr als hundertdreißigjährigen Geschichte wiederholt errechnet (1914, 1918, 1925 und 1975 wurden in Wort und Schrift als Endtermine herausgestellt). Um die Panne von 1914 zu vertuschen - man hatte für dieses Jahr das Ende der Welt und den Beginn des Königreiches Gottes auf Erden angekündigt (siehe das Wachtturm-Buch "Die Zeit ist herbeigekommen", Schriftstudien Bd. 2, Ausgabe von 1926, S. 73) -, lehrt man seit den zwanziger Jahren bis auf diesen Tag: 1914 habe das Königreich "im Himmel" begonnen! Diese Lehre wird sogar als die "gute Botschaft", als das zeitgemäße Evangelium bezeichnet.


Doch wer die Bibel liest, weiß: Gottes wahre Botschaft ist das Evangelium von Jesus Christus, der für uns gestorben und auferstanden ist. Im Zentrum steht eine Person (also kein Geschichtsbild, in dem diese unter "ferner liefen" gerade noch einen Platz findet). Jedes andere "Evangelium" steht unter dem Nein Gottes. (1Kor 1,18.23; 2,2; 15,3; Gal 1,8.9!).


Christen können daher den Zeugen Jehovas nicht folgen. Weder in deren Terminberechnungen - denn Jesus sagt: Das ist nicht eure Sache!" (Apg 1,7),


noch in ihrem Richtgeist - denn Jesus sagt: "Richtet nicht, auf dass ihr nicht gerichtet werden" (Mt 7,1),


noch in der Überschätzung ihrer Organisation - denn Jesus sagt: "Kommt her zu mir ..., ich will euch erquicken" (Mt 11,28). (Bei den Zeugen klingt es eher so, als ob es hieße: "Kommt her zu uns ..., unsere Organisation wird euch erquicken!").


Hier hat eine menschliche Führung


1. sich selbst und ihre Organisation zum Heiland erhoben an Christi Statt;


2. das Evangelium von der Liebe Gottes zu allen Menschen ersetzt durch ein "Evangelium" von der Vorliege für ihre Anhänger und der Vernichtung für alle Andersdenkenden! Aus der Frohbotschaft wurde eine Drohbotschaft!


Wenig bekannt dürfte die Tatsache sein, dass in der Konsequenz ihrer Lehre die Masse der Zeugen Jehovas bei ihrem einmal jährlich gefeierten Abendmahl Brot und Wein vorübergehen lassen (müssen!), denn das Mahl des Herrn sei allein für die 144 000, von denen unter den Zeugen nur noch ein kleiner "Überrest" am Leben sei. Weltweites Aufsehen erregten Jehovas Zeugen durch die Verweigerung der Bluttransfusion. In einigen Fällen ließen Anhänger dieser Richtung ihre Angehörigen lieber sterben.


Soweit kann es kommen, wenn Menschen sich der eigenwilligen und irreführenden Bibelauslegung dieser unchristlichen "allein seligmachenden" Organisation unterwerfen und ihr den geforderten Gehorsam ("wie der Stimme Gottes"!) entgegenbringen. Müssen wir den einzelnen Zeugen als gutgläubigen und redlichen - wenn auch verführten - Menschen achten, so können wir uns doch gegen ihre gefährliche Organisation nur entschieden abgrenzen.

Wie begegnen wir ihnen?


Ohne Vorkenntnisse sich in Debatten mit ihnen einzulassen, wäre Leichtsinn. Die Zeugen sind durch ständige systematische Schulung auf bestimmte einstudierte Antworten und "Schriftbeweise" festgelegt. Sie haben daher große Mühe, auf unerwartete Argumente wirklich einzugehen. Ihre Lehre ist offenbar nicht zum Diskutieren da. Sie zu diskutieren hieße ja auch, sie in Frage stellen zu lassen. Und das lässt der Absolutheitsanspruch ihrer Führung nicht zu. Darum sind Debatten mit ihnen meist unfruchtbar. Dennoch sollten wir ihnen sagen, was wir ganz persönlich glauben, etwa so: "Ich glaube, dass Gott mich liebt, denn er liebt alle Menschen. Das ist darin sichtbar geworden, dass er seinen Sohn zu unserer Erlösung in die Welt gesandt hat (Joh 3,16). Durch den glauben an ihn bin ich Gottes Kind (Joh 1,12) und sehe daher in allen anderen Christen Brüder und Schwestern. Für mich ist somit Gottes Gemeinde größer als die Anhängerschaft irgendeiner Organisation oder Institution".


Die Schriften der Zeugen Jehovas anzunehmen, empfiehlt sich nicht, denn


1. durch sie werden viele Menschen in ihrem Glauben verwirrt;


2. die Zeugen lassen Literatur-Abnehmer nicht so leicht wieder los;


3. wer für sie spendet, unterstützt die amerikanische Wachtturm-Gesellschaft, die ihren großen Reichtum nur zur Herstellung und Verbreitung ihrer irreführenden Druckerzeugnisse benutzt (von allen mildtätigen karitativen und sozialen Werken hat sie sich stets distanziert und ihre Anhänger nachdrücklich aufgefordert, dafür nicht zu spenden!) Bei ihr zählen nicht Liebeswerke, sondern Werbung als liebstes Werk.


Daher: keine noch so geringfügige Förderung dieser Gesellschaft! Wir sollten aber dem einzelnen Zeugen Jehovas als einem irregeführten Bruder freundlich und liebevoll begegnen. Wenn wir doch durch Wort und Tat zeigen könnten, was echtes Christentum ist!


Hans-Jürgen Twisselmann

Faltblatt des Bruderdienst-Missionsverlags (geringfügig überarbeitet)

   




 







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